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Zielgruppen und Angebote

Die stationären Jugendhilfeangebote der Werkstatt im Kreis Unna richten sich an unbegleitete Flüchtlinge ab 14 Jahren, die im Rahmen der Jugendhilfe versorgt und gefördert werden müssen, und junge Erwachsene, die aufgrund ihres Entwicklungsstandes einen betreuten Lebensraum sowie erzieherische Unterstützung benötigen. Es werden Hilfen zur Erziehung nach §42, §42a, §34 und §41 SGB VIII angeboten.

Die mobile Jugendhilfe der Werkstatt im Kreis Unna richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahren sowie junge Erwachsene unabhängig ihrer Herkunft, die stützende und ergänzende Hilfen benötigen. Teilnehmer von schulischen oder beruflichen Bildungsmaßnahmen oder von beruflichen Eingliederungen nach §13 SGB VIII können das Angebot ebenfalls in Anspruch nehmen.

Inobhutnahme

Ist ein/e Minderjährige/r in einer Notsituation, entscheidet das Jugendamt über eine Inobhutnahme. Die Inobhutnahme eines unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings regelt der §42a SGB VIII und führt zur vorläufigen Inobhutnahme. Eine anschließende Inobhutnahme nach §42 SGB VIII endet mit dem Abschluss des Clearingverfahrens (Personenstand, Familienbeziehung, Chancen auf Asylverfahren, Herstellung von Kontakten zu Institutionen und Behörden etc.) und der Einleitung der individuell notwendigen Integrationsschritte im Rahmen eines Hilfeplans.

Hilfen zur Erziehung

Der Verlust der familiären Beziehungen, das notwendige Erlernen der Werte der deutschen Gesellschaft und Kultur sowie die Unkenntnis der deutschen behördlichen und rechtlichen Begebenheiten stellen die minderjährigen Flüchtlinge und jungen Erwachsenen vor eine große Herausforderung. Auch wenn Eltern nicht mehr die Verantwortung für ihre Kinder übernehmen oder das Kindeswohl gefährdet ist, sind Hilfen zur Erziehung nach §34 SGB VIII notwendig. Für junge Erwachsene kann die Hilfe über das 18. Lebensjahr hinaus nach §41 SGB VIII fortgeführt werden.  

Der Weg zur Kinder- und Jugendhilfe erfolgt über das Jugendamt. Dort wird ein Hilfeplan zusammen mit den Jugendlichen erstellt. Die Hilfe kann sowohl eine längere Zeit angelegt als auch eine vorüberübergehende Krisenintervention sein. Umfang und Dauer der Hilfeform sowie die Anzahl der Kontakte richten sich nach den Aufgaben und Zielen, die im Hilfeplangespräch gemeinsam mit allen Beteiligten festgelegt, regelmäßig überprüft und angepasst werden. Eine partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Mitarbeiter*innen der Jugendämter ist der Werkstatt im Kreis Unna ein besonderes Anliegen. Aufgabe ist es, die Jugendlichen bei der Bewältigung des Alltags zu unterstützen und sie bei der Integration in ein eigenverantwortliches Leben zu fördern.

Jugendsozialarbeit nach §13 SGB VIII

In der mobilen Betreuung kann jungen Menschen in schulischen oder beruflichen Bildungsmaßnahmen Unterkunft in sozialpädagogisch begleiteten Wohnformen angeboten werden, wenn entsprechende Bedarfe vorhanden sind. Das Angebot bietet jungen Menschen Hilfe in der Persönlichkeitsentwicklung sowie Unterstützung bei der eigenverantwortlichen Lebensführung, der schulischen und beruflichen Integration. Eigenständiges Wohnen und sinnvolle Freizeitgestaltung sind weitere Bereiche, in der Unterstützung geleistet wird.