Inhalt

Methoden

Prinzipien der Ganzheitlichkeit und einer systemischen Grundhaltung prägen das pädagogische Handeln der Mitarbeiter*innen der Werkstatt im Kreis Unna. Der konzeptionelle Ansatz ist kompetenzorientiert und verlangt einen respektvollen Umgang aller Akteure. Teilhabe, Transparenz und Offenheit stehen dabei im Fokus der täglichen Arbeit.

Durch den lebensnah strukturierten Tagesablauf mit wiederkehrenden Ritualen erfahren die Jugendlichen Halt, Orientierung und Kontinuität in einer fremden Umgebung. Es geht darum, die Stärken und Kompetenzen des Einzelnen zu fördern, Ressourcen zu entdecken und einen wertschätzenden Umgang miteinander zu leben. In einer Atmosphäre aus „zusammen leben“ und „fördern“ im Hinblick auf die Vorbereitung auf ein selbstständig geführtes Leben, sollen sich die Bewohner*innen geborgen und angenommen fühlen. Regelmäßig finden Hilfeplangespräche zwischen dem Vormund, der Bezugsbetreuer*in der Jugendhilfe, Mitarbeiter*innen des Jugendamtes und dem Jugendlichen statt.

Individuelle Förderung

Die Fachkräfte der Werkstatt im Kreis Unna unternehmen die notwendigen pädagogischen Schritte, damit die betreuten Jugendlichen ihrem Alter entsprechend am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Ziel ist eine soziale Integration und eine Hinführung zu altersgemäßen Fähigkeiten und weiter zu einem selbstverantwortlichen Leben. Dazu ist es notwendig, traumatischen Erfahrungen zu begegnen, positive Erlebnisse zu vermitteln und Beziehungen anzubieten, die Sinnerfüllung und Selbstvertrauen fördern.

Neben organisatorischen Abläufen wie Einkaufen, Behördengänge und Unterstützung bei Sprachbarrieren umfasst die Begleitung und Betreuung durch die Fachkräfte der Werkstatt im Kreis Unna ebenso

  • die Förderung der deutschen Sprache,
  • die Stärkung der personalen und sozioemotionalen Kompetenzen,
  • den Aufbau eines sozialen Netzwerks und Anbindung an den Sozialraum,
  • die Gesundheitserziehung,
  • das Training beim selbstständigen Umgang mit Geld und
  • die Entwicklung einer individuellen Lebensplanung, von Selbstständigkeit und realisierbaren Zukunftsperspektiven.

Gemeinschaftliche Förderung

Zusätzlich zur individuellen Förderung finden in den Wohngruppen gemeinsame Aktivitäten statt. Sie sollen die gruppendynamischen Prozesse fördern, die Freizeit gestalten und das neue Lebensumfeld näher bringen. Dazu zählen Sport, gemeinsames Spielen, künstlerische Betätigung, Besuche von Kulturveranstaltungen oder informelles Lernen. Die Bewohner*innen der mobilen Betreuung in Bergkamen können zudem einen Gemeinschaftsgarten bewirtschaften. Bei allen Angeboten folgen die Fachkräfte der Werkstatt im Kreis Unna dem Inklusions- und Integrationsgedanken.

Betreutes Wohnen

Kinder und Jugendliche, die nach dem Hilfeplanverfahren rund um die Uhr Unterstützung benötigen, leben im Betreuten Wohnen. Die Fachkräfte der WIKU sind 24 Stunden vor Ort und betreuen sie nach ihren individuellen Bedarfen. Hier beginnt bereits die Entwicklung der individuellen Verselbständigung und zunehmender Übernahme von Eigenverantwortung sowie dem Erlernen selbstständiger Versorgung.

Mobile Betreuung

Das Angebot der mobilen Betreuung richtet sich an junge minderjährige Menschen oder Volljährige, die noch individuelle Unterstützung auf dem Weg in ein eigenverantwortlich geführtes Leben in einer eigenen Wohnung benötigen. Anstelle einer Rundum-Betreuung erhalten sie stundenweise Hilfe in vereinbarten Bereichen. Zudem können sie mit den Fachkräften der WIKU ihre schulische und berufliche Perspektive planen.