Das Unternehmen für innovative Arbeitsmarktpolitik1. Ausgangslage:
Die ehemalige "Werkhof-Gruppe" in Dortmund-Scharnhorst wurde in den 80er Jahren mit maßgeblich anthroposophischer Ausrichtung gegründet. Zielsetzung war, die Beschäftigung und Qualifizierung arbeitsloser Erwachsener und Jugendlicher im Stadtteil Scharnhorst mit der Schaffung von Arbeitsplätzen im sozial-ökologischen Bereich zu verbinden. Neben der Entwicklung von Angeboten im Bereich der Arbeitsförderung und der Jugendberufshilfe wurde daher die Gründung von gewerblichen Gesellschaften betrieben.
Im November 2002 musste die Werkhof-Gruppe den Insolvenz-Antrag stellen. Ab April 2003 wurde der Werkhof unter der Regie der Werkstatt im Kreis Unna weitergeführt.
2. Struktur seit 2005:
Es entstand ein 3-Säulen-Modell mit folgender Struktur:
Werkhof Projekt gGmbH
und daneben die
Werkhof Service GmbH
und die
Werkhof GaLabau GmbH
Sämtliche bildungs- und beschäftigungspolitischen Angebote wurden in der gemeinnützigen Projekt-GmbH gebündelt. Zugleich wechselte der nach Demeter-Standard ausgerichtete ökologische Gemüseanbau unter das Dach der Projekt-GmbH, um von dort als "wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb" betrieben zu werden.
Die gewerblichen Aktivitäten erfuhren aufgrund der Unterschiedlichkeit der Geschäftsfelder eine klare Trennung in 2 Gesellschaften. Beide dienen den Bildungs- und Beschäftigungsprojekten weiterhin als Praktikumsanbieter und naturgemäß auch zur Schaffung weiterer Arbeitsplätze insbesondere im unteren Qualifikationssegment.
Unveränderte Zielstellung des Werkhofes bleibt es damit weiterhin, die soziale und berufliche Integration besonders benachteiligter Menschen zu fördern. Dies geschieht einerseits als "sozialgewerbliche Beschäftigungsinitiative" (dem ISB-Verbund-Interessengemeinschaft Sozialgewerblicher Beschäftigungsträger e.V. zugehörig), andererseits mit der Absicht, einen möglichst großen Bezug zum Kern und zum angrenzenden Rand des Stadtbezirkes Scharnhorst herzustellen.
3. Zielgruppen:
Zur Kernzielgruppe des Werkhofes gehört der Personenkreis der benachteiligten Jugendlichen. Es handelt sich hier um junge Menschen, die keinen Schulabschluss aufweisen, z.T. noch schulpflichtig sind, aber aus dem Regelschulsystem als "unbeschulbar" ausgegrenzt wurden, aus hochgradig problematischen Familienverhältnissen stammen und vielfältige Verhaltensauffälligkeiten aufweisen. Für diese Jugendlichen ist der Werkhof häufig die letzte Anlaufstelle.
Durch den konzeptionellen Ansatz, die Jugendlichen in ihrer Gesamtpersönlichkeit anzusprechen, sie beruflich-schulisch zu fördern und zugleich persönlich-sozial zu unterstützen, konnte das Werkhof-Projekt-Team in den zurückliegenden Jahren beachtliche Erfolge erzielen - z.B. über 100 nachträglich erworbene Schulabschlüsse (seit dem Beginn der Kooperation mit dem Robert-Bosch-Berufskolleg 1998) für schulmüde Jugendliche.
Der methodisch-konzeptionelle Ansatz der Doppelqualifizierung hält sich auch für die übrigen Zielgruppen der Werkhof-Aktivitäten durch.
Es sind dies:
Zum Beginn der Betriebsfortführung waren in allen Werkhof-Projekten noch 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - davon 5 nicht sozialversicherungspflichtig Beschäftigte - angestellt. Heute weist die Werkhof Projekt gGmbH einen Belegschaftsstand von über 50 Mitarbeitenden auf.
Eine noch deutlichere Entwicklung vollzog sich auf der Ebene der Projektteilnehmer: waren dies im April 2003 lediglich 35 Personen, so stieg die Zahl bis 2012 auf nunmehr über 200 an.